Gen-Tuning


Die Erde im 24. Jahrhundert unserer Zeitrechnung: Der moderne Mensch steht an der Schwelle zu einem neuen Evolutionsschritt. Rund 20000 Jahre lang war Homo sapiens die einzige Menschenart auf der Erde – eine Ausnahme in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Meist hatten mehrere menschliche Arten Seite an Seite gelebt. Jetzt, im 24. Jahrhundert, ist der Mensch wieder dabei, sich in neue Spezies aufzuteilen, doch diesmal hat er die Entwicklung selbst verursacht. Was war passiert? Zu Beginn des 21. Jahrhunderts war das Wissen um die Funktion der etwa 100000 menschlichen Gene rasant gewachsen – und ebenso sprunghaft hatten sich die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin erweitert. Die Erbinformation von befruchteten Eizellen konnte getestet und gezielt verändert werden.


Die Ära der Keimbahntherapie brach an.

Eltern ließen das Erbgut ihrer ungeborenen Kinder mit Hilfe von Designer-Genen nach eigenen Wünschen gestalten. Doch nur wenige der Milliarden Elternpaare hatten Zugang zu dieser Technologie. So entwickelten sich über die Jahrhunderte zwei Gruppen: die Gen-Reichen und die Naturbelassenen. Und weil ihre Keimzellen unterschiedlich viele Chromosomen enthielten, konnten sie keine Kinder miteinander haben – das Ergebnis waren zwei Menschenarten. Natürlich ist es Science-fiction, daß neue Menschenarten durch Gentechnik entstehen werden. Die Prophezeiung stammt allerdings von einem Fachmann, dem Molekularbiologen Lee Silver, Professor an der Universität Princeton (USA). „Für diese Vision braucht man nur unser heutiges Wissen und Können linear in die Zukunft fortzuschreiben“, meint der Molekularbiologe. Er glaubt, daß die Gen-Reichen auf der Evolutionsstraße ausscheren und die Naturbelassenen überholen werden.


Tatsächlich wollen Prof. Gregory Stock von der Universität von Kalifornien in Los Angeles und andere „Reprogenetiker“ mit der Neuprogrammierung der Menschheit beginnen. „Es ist an der Zeit, daß der Mensch seine Evolution selber in die Hand nimmt“, verkündet Stock. „Evolution ist nicht planbar, und deshalb haben solche Vorschläge für den Fortbestand der Menschheit keinen Sinn, ja sie könnten sogar gefährlich sein“, warnt dagegen Molekularbiologe Prof. Jürgen Brosius aus Münster. Bisher war die Entwicklungsgeschichte des Menschen – wie der sämtlicher anderer Organismen – von Zufällen bestimmt. Veränderungen und Weiterentwicklungen des menschlichen Körpers geschahen durch zufällige Gen-Mutationen. Ständig entstanden und entstehen heute noch unzählige neue Varianten des menschlichen Genoms. Davon können sich nur diejenigen durchsetzen, die es ihrem Träger ermöglichen, sich unter den jeweils herrschenden Umweltbedingungen besser als seine Artgenossen zu vermehren.


Das galt für unsere Vorfahren unter der glühenden Sonne Afrikas und während des Mittelalters mit seinen verheerenden Seuchen, und es wird ebenso für unsere Nachkommen gelten, die mit Streß, Umweltchemikalien und globaler Erwärmung zurechtkommen müssen. „Die Selektion ist die entscheidende Triebfeder der Evolution, und sie ist so mächtig, daß sich auch ,genetisch Optimierte‘ ihr nicht entziehen können“, warnt George Williams. Der 75jährige amerikanische Professor ist einer der Altmeister der Evolutionsbiologe.


Wie sieht er aus, der Plan, der vielen Forschern solche Sorgen macht? In vier Schritten wollen die Reprogenetiker gerade gezeugte Menschen in der Eizelle „ heilen“ oder „aufwerten“.


Als erstes wollen sie Krankheiten verhindern, die durch Fehler in nur einem einzelnen Gen entstehen, indem sie in der Eizelle das fehlerhafte Gen korrigieren. Langfristig sollen mit diesem und dem nächsten Schritt alle erblich bedingten Krankheiten von der Erde verschwinden.


Als zweites wollen sie die viel häufigeren Erkrankungen beseitigen, die durch das Zusammenspiel vieler Gene entstehen: zum Beispiel Krebs, Herzversagen, Übergewicht, Diabetes oder Asthma. Die Reprogenetiker denken auch an den Einbau von Resistenz-Genen, mit denen man Menschen gegen Infektionskrankheiten wie Aids oder Tuberkulose immun machen könnte.


Als drittes kämen dann die genetischen Manipulationen, um unerwünschte physische und psychische Eigenschaften zu verändern. Schön, glücklich, intelligent, sportlich, anpassungsfähig, musikalisch, schmerzunempfindlich oder streßresistent könnte der Nachwuchs werden. Da jede genetisch optimierte Generation ihren Kindern nicht nur die eigenen Gene, sondern zusätzliche Designer-Gene mitgeben wird, gibt es wohl schließlich irgendwann die Update-Version 2.0 des Menschen mit optimalem genetischen Programm. 


„Wenn wir an Alterungs-Genen herumbasteln, könnte es sein, daß unser Nachwuchs dafür teuer bezahlen muß“, warnt auch Prof. Jens Reich, Molekularbiologe am Max-Delbrück-Zentrum in Berlin. „Wir schaffen es ja nicht einmal, einfache Stoffwechselwege mit Medikamenten nebenwirkungsfrei zu verändern.“ Ohne Nebenwirkungen wird auch die gezielte Manipulation unseres Erbguts nicht bleiben.


„Selbst ,schlechte‘ Gene haben ihre guten Seiten – wir kennen sie oft nur noch nicht“, sagt Williams. Zum Beispiel Mukoviszidose: Menschen, bei denen auf beiden Chromosomensätzen das entsprechende Gen defekt ist, leiden unter einer schweren Stoffwechselkrankheit. Unbehandelt sterben sie schon als Kinder. Die Krankheit ist aber so weit verbreitet, daß sie einen Vorteil für „heterozygote“ Träger haben muß.


Das sind Menschen mit einem gesunden und einem kranken „Mukoviszidose-Gen“ 

Experimente an Mäusen haben gezeigt, daß diese Genkombination sie vor dem Tod durch Cholera schützt. Diese Krankheit war früher weit verbreitet und damit ein wichtiger Evolutionsfaktor.


Zweites Beispiel: Aids. Etwa zehn Prozent der weißen Europäer und Amerikaner haben einen Defekt in ihrem Immunsystem, was die meisten von ihnen aber nicht bemerken. Doch für diejenigen, die sich mit HIV infiziert haben, erweist sich der Gen-Fehler als Lebensretter. Er bewirkt, daß sie weitgehend immun gegen das Virus sind und Aids daher bei ihnen nicht ausbricht.


Weil wir noch so wenig wissen über all die Funktionen unserer Gene, warnt der Molekularbiologe Jürgen Brosius aus Münster eindringlich vor massiven Eingriffen. „Wir sollten verstehen, daß unsere Beurteilung, ob ein Gen gut oder schlecht ist, nur für die Gegenwart relevant ist. Unter anderen Bedingungen, wie verändertem Klima, könnten Gene, die wir heute so schnell wie möglich loswerden wollen, lebenswichtig werden. Deshalb ist die genetische Variabilität einer unserer größten Schätze, und sie sichert unser Überleben.“ Brosius glaubt, daß wir sogar in einen evolutionären Engpaß geraten könnten, wenn wir unsere genetische Vielfalt drastisch reduzieren.


Wenn zum Beispiel in einem künstlichen Gen eine Anfälligkeit für neue Infektionserreger verborgen wäre, und viele Menschen trügen dieses Gen – dann könnte dies das Ende der künstlich geformten Menschheit bedeuten. Denn Monokultur ist immer ein Problem, das sieht man in der Landwirtschaft wie in der Computerbranche. „Wir würden uns der Möglichkeit berauben, auf künftige Umweltherausforderungen reagieren zu können“, befürchtet Brosius

 

Die Anpassung erfolgt auch in sozialen Bereichen über Datensammlungen - darauf erfolgt dann die Optimierung des menschlichen Verhaltens als individualisierte Ameise im rot-grünen Ameisenhaufen! Das Kollektive Bewusstsein wird impliziert 


Da heute im Forschungsalltag computergestützte Statistikprogramme zum Einsatz kommen, wird - im Gegensatz zu den meisten klassischen Statistik-Lehrbüchern - auf die Besprechung von Rechentechniken für manuelle Datenauswertungen nur so weit eingegangen, wie dies für das Verständnis der Grundkonzepte notwendig ist. Im Hinblick auf die praktische Anwendung der besprochenen Verfahren wird die Leserschaft dafür mit der Darstellung von Auswertungsresultaten im Rahmen des Statistikprogrammes SPSS für Windows vertraut gemacht. Im Zentrum des Interesses stehen die theoretischen Grundlagen der wichtigsten statistischen Auswertungsmodelle, an zahlreichen Beispielen wird aufgezeigt, wie diese Modelle zu wählen und die exemplarischen Computerausgaben zu interpretieren sind.


Das gibt es auch mit dem MAXQDA Programm - MAXQDA gehört zu den weltweit führenden Softwareprogrammen für qualitative und Mixed-Methods-Datenanalys

Mit einem Millionen-Programm will die EG-Kommission die biochemische Entschlüsselung der menschlichen Erbanlagen fördern. Ziel ist eine »prädiktive«, die Krankheitsbiographie eines Menschen voraussagende Medizin. Kritiker befürchten eine Belebung längst überwundener Lehren von Rassenhygiene und Erbgesundheit.


Im Forschungsausschuß des Europaparlaments ging es - rhetorisch - um Sein oder Nichtsein.

»Hätten Sie denn etwa auch gewollt«, fragte der Grünen-Abgeordnete Benedikt Härlin, »daß meine Großmutter meine Mutter hätte abtreiben, hätte niemals gebären sollen, nur weil sie später einmal zuckerkrank werden würde?« »Hätte demnach auch ich«, bohrte Härlin weiter, »niemals geboren werden dürfen, weil schon meine Mutter die falschen Gene hatte?«


Der Angesprochene, Fernand van Hoeck, für Forschung verantwortlicher Direktor der EG-Kommission, blieb die Antwort schuldig.

Die Debatte, in der letzten Sitzung des Ausschusses Anfang Dezember, kreiste um ein EG-Programm, das - ausgestattet mit zunächst 30 Millionen Mark - nun auch in Westeuropa eines der größten Forschungsvorhaben in der Geschichte der Medizin in Gang setzen soll: die biochemische Entschlüsselung und Analyse aller menschlichen Erbanlagen. Das Projekt, geplant von van Hoeck und seinen Beamten, ist zugleich eines der umstrittensten in der EG.

Ein Anteil von etwa 1,5 bis 2,2 Prozent im Genom vom heute lebenden Europäer stammt vom Neandertaler; auch Afrikaner tragen das Erbgut von Neandertalern in sich. Eine Studie unter der Leitung von Laurits Skov vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie aus dem Jahr 2020 zeigt darüber hinaus, dass noch jetzt insgesamt 38 bis 48 Prozent der Neandertaler-Gene in uns überlebt haben. Davon trägt aber jeder selbstverständlich nur einen kleinen Teil in sich.


Zweifel an gängigen Thesen

Die Forscher Paola Villa von der Universität von Colorado in Boulder (USA) und Wil Roebroeks von der niederländischen Universität Leiden dagegen haben starke Zweifel an der Theorie, dass der Neandertaler aufgrund seiner mangelnden Fähigkeiten vom modernen Menschen verdrängt worden sein soll. Sie greifen damit frühere Studien vehement an.


Schmuck und Malereien seien bei beiden Frühmenschen-Arten entdeckt worden, doch nur beim modernen Menschen hätten Autoren früherer Studien von diesen Funden auf eine komplexe Sprache geschlossen. Man ging bislang unter anderem davon aus, dass die Neandertaler auch künstlerische Fähigkeiten erst durch Nachahmung des modernen Menschen erlernten.


Als Sensationsfund gilt dieses unscheinbare winkelartige Muster aus sechs Kerben auf einem Tierknochen, den Forscher der Uni Göttingen in der Einhornhöhle im Harz ausgegraben haben. Die Sensation dabei: die frühen künstlerischen Fähigkeiten des Neandertalers.


Doch erst 2021 machten Forscher der Uni Göttingen eine bahnbrechende Entdeckung in der Einhornhöhle im Harz: Sie fanden einen Tierknochen, der wegen des winkelartigen Musters aus sechs Kerben nun als Sensationsfund gilt. Denn das hohe Alter des Funds belegt, dass der Neandertaler vor der Ankunft des modernen Menschen in Europa dazu fähig gewesen ist, Muster auf Knochen selbstständig herzustellen und durch Symbole zu kommunizieren.


Ebenso fehlen Beweise dafür, dass die Neandertaler die schlechteren Jäger gewesen seien. Auch der Neandertaler habe Großwild gejagt ...

„Alle sind leistungsfähig, schön und jung und möchten das möglichst lange bleiben. Das hat Folgen im Verhalten der Menschen“, sagte Iris Hauth, die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) am Rande des Jahreskongresses der Fachgesellschaft. „Ich würde nicht sagen, Lifestyle macht Erkrankungen. Aber Lifestyle bewirkt Verhaltensveränderungen und emotionale Veränderungen, die gegebenenfalls Risikofaktoren für eine Erkrankung werden können.“


Hirndoping nimmt zu

In Zahlen schlägt sich die Befürchtung bisher nur bedingt wieder. Die „echten“ psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen haben laut Hauth in den vergangenen rund 15 Jahren nicht zugenommen. „Was zunimmt, sind Befindlichkeitsstörungen unter der Schwelle einer echten psychiatrischen Diagnose.“ Als Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weissensee erlebe sie, dass zum Beispiel zunehmend junge Menschen mit Prüfungs- oder Partnerschaftsstress in der Notaufnahme Hilfe suchen.


Hauth zählt weitere Phänomene auf, die für sie ins Bild passen: Da sind Eltern, die ihr zappliges Kind mit Tabletten optimal durch die Schulzeit bringen wollen. Menschen, die sich fragen, ob ihre Aufenthaltsdauer im Internet noch normal ist. Frauen, die nicht mehr nur Diäten ausprobieren, sondern sich dauerhaft mit ihrem Aussehen beschäftigten und sogenannte Körperbildstörungen entwickeln. Und dann sind da noch die bis zu fünf Prozent der Berufstätigen, die mit Medikamenten Hirndoping betreiben, wie Claus Normann von der Klinik für Psychiatrie am Uniklinikum Freiburg sagt. Tendenz steigend. „Unter Studierenden dürften die Zahlen noch höher liegen.“

Ausleuchtung ist Ausbeutung

Kaum ein anderes Schlagwort beherrscht heute den öffentlichen Diskurs so sehr wie die Transparenz. Sie wird vor allem im Zusammenhang mit der Informationsfreiheit emphatisch beschworen. Wer aber die Transparenz allein auf moralischer Ebene thematisiert und sie etwa auf Fragen der Korruption reduziert, verkennt ihre Tragweite. Die Transparenz ist ein systemischer Zwang, der die gesamten gesellschaftlichen Prozesse erfasst und sie einer gravierenden Veränderung unterwirft. Das gesellschaftliche System setzt heute all seine Prozesse einem Transparenzzwang aus, um sie zu operationalisieren und zu beschleunigen. Der Imperativ der Transparenz macht uns außerdem zu Sklaven der Sichtbarkeit. Die Transparenzgesellschaft ist eine pornografische, ausgestellte Gesellschaft. Sie manifestiert sich gleichzeitig als eine Kontrollgesellschaft. Das Internet als Raum der Freiheit erweist sich als ein digitales Panoptikum

Sexualpädagogik weiter denken:


Grünes 68er Motto Sex and Drugs and Rock & Roll - wer fickt und Drogen im Schädel hat denkt nicht


Postmoderne Entgrenzungen und pädagogische Orientierungsversuche. Diese Buch ist von 2004  wissenschaftlich gestützt von Helmut Kentler.

Dieser Sammelband verbindet die Chancen vielfältiger sowohl theoretischer als auch praktischer Perspektiven mit dem Interesse an der Weiterentwicklung und gleichzeitigen Weitung der Sexualpädagogik als erziehungswissenschaftlicher Disziplin.


Untersuchungen haben ergeben, dass männliche Föten ihre Genitalien manipulieren und
Erektionen haben können" (vgl. Helmut Kentler 1994). Kentler war ledig, homosexuell und hatte drei Adoptivsöhne und einen Pflegesohn. Anfang der 1990er Jahre wohnte Kentler, nachdem er zuvor in einer „riesigen, hohen Altbauwohnung" in Berlin gelebt hatte, in der Gartenhofsiedlung im hannoverschen Stadtteil Marienwerder. Er vermittelte kleine Jungs an pädophile homosexuelle Männer in Berlin (das "Kentler Experimentund die Homosexuellen von der Grünen Partei)