Der Buchautor Dean Henderson zeichnet nach, wo die vier größten Erdölunternehmen der Welt: Exxon Mobil, Chevron Texaco, BP Amoco und Royal Dutch/Shell eigentlich herstammen.


Der untenstehende Artikel von Dean Henderson ist der erste von zwei „Die vier apokalyptischen Reiter“-Artikeln. Diese beiden Artikel widmen sich der „Fusionswut“ der großen, global agierenden Öl- und Bankenfirmen in den letzten Jahrzehnten. Diesbezüglich enthalten die Artikel einige wichtige Informationen und Fakten. 


Der Journalist Dean Henderson, der im US-Bundesstaat South Dakota lebt, ist Autor zweier Bücher, die bei CreateSpace veröffentlicht wurden: “Big Oil & Their Bankers in the Persian Gulf: Four Horsemen, Eight Families & Their Global Intelligence, Narcotics & Terror Network“, und: “The Grateful Unrich: Revolution in 50 Countries“


Die vier apokalyptischen Reiter hinter den Öl-Kriegen (The Four Horsemen behind the Oil Wars) von Dean Henderson

Im Jahre 1975 verfasste der britische Schriftsteller Anthony Sampson das Buch “The Seven Sisters“ (“Die Sieben Schwestern“i), womit er einem zwielichtigen Ölkartell einen kollektiven Namen verlieh, das im Laufe seiner Geschichte versuchte, Konkurrenten auszuschalten und die weltweiten Öl-Ressourcen zu kontrollieren. Sampsons „Seven Sisters“-Name kam von dem unabhängigen italienischen Öl-Geschäftsmann Enrico Mattei.


In den 1960er Jahren begann Mattei mit Algerien, Libyen und anderen nationalistischen OPEC-Staaten zu verhandeln, die ihr Öl international verkaufen wollten, ohne es mit den Sieben Schwestern zu tun haben zu müssen. Algerien besaß eine lange Geschichte des Widerstands gegen die Big Oil-Unternehmen und wurde einst von Präsident Houari Boumedienne regiert, einem der großen arabischen sozialistischen Führer aller Zeiten, der die ursprünglichen Ideen für eine gerechtere „Neue internationale Wirtschaftsordnung“ (“New International Economic Order”) in feurigen Reden vor der UN initiiert hatte, wo er Produzenten-Kartelle nach dem Vorbild der OPEC als Mittel zur Emanzipation der Dritten Welt ermutigte.


Im Jahr 1962 starb Mattei in einem mysteriösen Flugzeugabsturz. Der ehemalige französische Geheimagent Thyraud de Vosjoli sagt, dass der französische Geheimdienst beteiligt war. William McHale vom Time-Magazin, der über Matteis Versuch, das Big Oil-Kartell zu brechen, berichtet hatte, starb ebenfalls unter mysteriösen Umständen.

Eine Flutwelle von Fusionen zur Jahrtausendwende wandelte Sampsons Sieben Schwestern – Royal Dutch / Shell, British Petroleum, Exxon, Mobil, Chevron, Texaco und Gulf – in ein straffer kontrolliertes Kartell um, das ich in meinem Buch “Big Oil & Their Bankers“ die Vier Apokalyptischen Reiter (the Four Horsemen) nenne: Exxon Mobil, Chevron Texaco, BP Amoco and Royal Dutch/Shell.

Das System nach dem Zweiten Weltkrieg hatte zwei grundlegende Institutionen, auf denen es basierte. 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet. Dies waren der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank). Der Grund für ihre Gründung war die Sicherstellung der Entwicklungshilfe durch Beratung sowie die Finanzierung langfristiger Projekte. Der IWF und die Weltbank sind auf Geldbeiträge der Mitglieder angewiesen, daher basiert die Beteiligung in erster Linie auf dem von den Mitgliedern gezeichneten Geldbeitrag im Vergleich zu einem Entscheidungsprozess.


Darüber hinaus vertraute die Wirtschaftsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg keiner Organisation, die die Macht hatte, die globale Wirtschaftsentwicklung zu kontrollieren oder zu planen. Die beiden Grundprinzipien der damaligen Zeit waren Multilateralismus und Nichtdiskriminierung, und diese waren ein Abbild marktbasierter Disziplinen. Dies war eine Reaktion auf die negativen Erfahrungen der 1930er Jahre mit dem Protektionismus. Die Erklärung der Neuen Internationalen Wirtschaftsordnung war sehr innovativ, zukunftsweisend und sollte letztlich eine neue Wirtschaftsordnung etablieren. Die Resolution 3201 entstand als Repräsentant der Grundprinzipien der Neuen Internationalen Wirtschaftsordnung. Sacerdoti, G. Neue Internationale Wirtschaftsordnung (NIEO), Oxford University Press.


Das Recht der Staaten, ihr eigenes Wirtschafts- und Sozialsystem auf der Grundlage souveräner Gleichheit zu wählen,


• Dauerhafte Souveränität über natürliche Ressourcen und wirtschaftliche Aktivitäten frei von äußerem Zwang, und das Recht, ausländisches Eigentum zu verstaatlichen und die Aktivitäten ‚transnationaler‘ [dh „multinationale“] Unternehmen in den Ländern, in denen sie tätig sind;


• partizipatorische Gleichberechtigung der Entwicklungsländer in internationalen Wirtschaftsbeziehungen und die umfassendste Zusammenarbeit aller Staaten, damit die vorherrschenden Ungleichheiten in der Welt beseitigt werden;


• die bevorzugte und nicht gegenseitige Behandlung für Entwicklungsländer Länder in allen Bereichen der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit, wann immer möglich;


• ein gerechtes und gerechtes Verhältnis zwischen den Preisen der von den Entwicklungsländern exportierten Rohstoffe, Rohstoffe und Waren und den von ihnen importierten Materialien, Waren und Waren;


• Anspruch der Entwicklungsländer auf Entwicklungshilfe und zum Transfer von finanziellen Ressourcen und Techno logie.“

Vor ihrer Gründung war über zwei Jahrzehnte lang diskutiert worden, woraus die Neue Internationale Wirtschaftsordnung bestehen würde. Die alte Wirtschaftsordnung war für die große Mehrheit der Weltbevölkerung nachteilig. Ein weiteres Problem war, dass die damals bestehende internationale Entwicklungspolitik ihre gesetzten Ziele immer wieder verfehlte. An die Internationale Entwicklungsstrategie für das zweite Entwicklungsjahrzehnt der Vereinten Nationen wurden sehr hohe Erwartungen geknüpft, doch alle Hoffnungen wurden hinfällig, als sie 1970 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde